{"id":9811,"date":"2015-04-09T12:38:18","date_gmt":"2015-04-09T10:38:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kpw-law.de\/?p=9811"},"modified":"2025-10-10T11:58:28","modified_gmt":"2025-10-10T09:58:28","slug":"jetzt-doch-markenverletzung-durch-keyword-advertising","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/avantcore.de\/en\/jetzt-doch-markenverletzung-durch-keyword-advertising\/","title":{"rendered":"Jetzt doch? Markenverletzung durch Keyword-Advertising"},"content":{"rendered":"<p><strong>Allgemein kursiert die Annahme, die Verwendung fremder Marken als Keywords f\u00fcr Werbeanzeigen, z.B. im Rahmen von Google Adwords, sei immer und ohne weiteres zul\u00e4ssig. Dass die diese Meinung st\u00fctzenden h\u00f6chstgerichtlichen Entscheidungen mit Vorsicht zu genie\u00dfen sind, zeigt das OLG Hamburg in einem aktuellen Urteil, nach der das Brandbidding\u00a0bzw. Keyword-Advertising\u00a0in bestimmten F\u00e4llen eben doch eine Markenverletzung darstellt und unzul\u00e4ssig ist.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/avantcore.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/rrw.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/avantcore.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/rrw.png\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"275\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Anbieter einer Partnersuche hatte mit folgenden Anzeigen bei Google geworben und hierf\u00fcr &#8220;Parship&#8221;, also die <a href=\"https:\/\/avantcore.de\/en\/areas-of-law\/trademark-and-brand-law\/\">gesch\u00fctzte Marke<\/a> eines bekannten Mitbewerbers als Keyword, nicht aber im Anzeigentext selbst verwendet:<\/p>\n<p>Werbeanzeige 1:<\/p>\n<blockquote><p>\u201ePartnership Partnersuche<br \/>\nDie Partnerb\u00f6rse f\u00fcr anspruchsvolle<br \/>\nSingles: Hier anmelden &amp; verlieben!<br \/>\nwww.partnersuche.de\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p>Werbeanzeige 2:<\/p>\n<blockquote><p>\u201ePartnersuche.de kostenlos<br \/>\nDeutschlands bekannte Partnersuche.<br \/>\nDie Partnersuche mit Niveau!<br \/>\nwww.partnersuche.de\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p>In der Regel scheidet eine <a href=\"https:\/\/avantcore.de\/en\/services\/verfolgung-markenverletzungen\/\">Trademark infringement<\/a> durch Verwendung einer fremden Marke als reines Keyword dann aus, wenn die Anzeige eindeutig als solche erkennbar und\u00a0r\u00e4umlich von etwaigen Suchergebnissen ist und der Anzeigentext die Marke nicht enth\u00e4lt. Der Inhaber der Marke &#8220;PARSHIP&#8221; sah seine Rechte durch das Keyword-Advertising\u00a0gleichwohl verletzt und hat den werbenden Mitbewerber auf Unterlassung in Anspruch genommen.<\/p>\n<p><strong>The court's decision<\/strong><\/p>\n<p>Das OLG Hamburg hat den Konkurrenten mit Urteil vom 22.01.2015 (Az. 5 U 271\/11) entsprechend verurteilt. Nach Auffassung des Gerichts liege in der Verwendung einer fremden Marke als Keyword f\u00fcr die Einblendung einer <a href=\"https:\/\/avantcore.de\/en\/topic\/werbung\/\">Advertisement<\/a> eine Markenverletzung, wenn Werbetext und weiterf\u00fchrender Link so vage gehalten sind, dass der Nutzer nicht erkennen kann, ob der Markeninhaber selbst oder ein von diesem unabh\u00e4ngiger Dritter hierf\u00fcr verantwortlich zeichnet. Da in den beiden Anzeigen ausschlie\u00dflich generische, also beschreibende Begrifflichkeiten verwendet wurden, fehle es an der Erkennbarkeit, weshalb die Herkunftsfunktion der als Keyword verwendeten Marke beeintr\u00e4chtigt sei. Das Keyword-Advertising sei in diesem Falle markenverletzend. Hinsichtlich der ersten Werbeanzeige ergebe sich eine Markenverletzung dar\u00fcber hinaus unmittelbar aus der Verwendung des mit dem Zeichen &#8220;PARSHIP&#8221; verwechselbar \u00e4hnlichen Begriffes &#8220;PARTNERSHIP&#8221;, sodass es hier auf die Erw\u00e4gungen zur Erkennbarkeit hinsichtlich der Urheberschaft der Werbebotschaft schon nicht ankomme.<\/p>\n<p><strong>Conclusion<\/strong><\/p>\n<p>Das OLG Hamburg bem\u00fcht als Grundlage seiner Entscheidung ausschlie\u00dflich die Auslegung unionsrechtlicher Vorschriften durch den EuGH und wendet sich\u00a0dabei von der &#8211; nicht weiter ber\u00fccksichtigten &#8211; Rechtsprechung des BGH ab. Hiernach ist eine Markenverletzung n\u00e4mlich schon dann ausgeschlossen, wenn die im Rahmen des <a href=\"https:\/\/avantcore.de\/en\/topic\/keyword-advertising\/\">Keyword-Advertising<\/a> eingeblendete Anzeige als solche gekennzeichnet und separiert wird und die fremde Marke nicht im Anzeigentext selbst\u00a0verwendet wird. W\u00e4hrend der BGH es also ausreichen l\u00e4sst, dass keine aktive Verbindung mit dem Markeninhaber hergestellt wird, h\u00e4lt das OLG Hamburg eine Aufkl\u00e4rung der Nutzer f\u00fcr erforderlich. Eine Erkl\u00e4rung, wie dies zu geschehen hat, bleibt das Gericht dagegen schuldig. Die Revision wurde trotz der augenscheinlich bestehenden grunds\u00e4tzlichen Bedeutung nicht zugelassen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allgemein kursiert die Annahme, die Verwendung fremder Marken als Keywords f\u00fcr Werbeanzeigen, z.B. im Rahmen von Google Adwords, sei immer und ohne weiteres zul\u00e4ssig. 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