{"id":763,"date":"2011-05-23T12:03:00","date_gmt":"2011-05-23T10:03:00","guid":{"rendered":"\/?p=763"},"modified":"2025-10-13T13:00:16","modified_gmt":"2025-10-13T11:00:16","slug":"werbeaussage-made-in-germany-bei-herstellung-in-china","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/avantcore.de\/en\/werbeaussage-made-in-germany-bei-herstellung-in-china\/","title":{"rendered":"Advertising claim \"Made in Germany\" for manufacturing in China?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das D\u00fcsseldorfer Oberlandesgericht hatte die Rechtsfrage zu entscheiden, ob ein Hersteller von Industrieprodukten, welcher die vertriebene Ware zum Teil in China herstellen l\u00e4sst, seine Produkte mit dem Herkunftshinweis \u201eMade in Germany\u201c bewerben darf.<\/strong><\/p>\n<p><!--more-->Ein Hersteller von Tafelware bewarb seine Bestecksets mit dem Hinweis \u201eProduziert in Deutschland\u201c. Auf einem Einlegeblatt wurde das Besteck mit \u201eMade in Germany\u201c beschrieben. Die Messer des Bestecksets werden in China als Rohmesser hergestellt. Sie werden dort auf in Deutschland hergestellten Maschinen geschmiedet, geschnitten, geh\u00e4rtet und geschliffen und anschlie\u00dfend in Deutschland poliert. Die \u00fcbrigen Teile des Bestecksets wurden in Deutschland hergestellt. Die Wettbewerbszentrale mahnte den Hersteller wegen dieser ihrer Meinung nach irref\u00fchrenden Werbeaussagen kostenpflichtig ab und verlangte Unterlassung, was dieser verweigerte.<\/p>\n<p><b>Decision of the court<br \/>\n<\/b>Das Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf entschied in seinem <a title=\"OLG D\u00fcsseldorf, Urteil vom 05.04.2011 \u2013 Az. I-20 U 110\/10\" href=\"http:\/\/www.wettbewerbszentrale.de\/media\/getlivedoc.aspx?id=30845\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Urteil vom 05.04.2011 \u2013 Az. I-20 U 110\/10<\/a>, dass bei Industrieprodukten, welche mit den Aussagen \u201eProduziert in Deutschland\u201c oder \u201eMade in Germany\u201c beworben werden, alle wesentliche Herstellungsschritte in Deutschland durchgef\u00fchrt worden sein m\u00fcssen. Das sei vorliegend nicht der Fall.<\/p>\n<p>Als \u201eMade in Germany\u201c d\u00fcrfe nur Ware gekennzeichnet werden, die ma\u00dfgeblich in Deutschland hergestellt bzw. deren wertbestimmende Eigenschaften nach der Verkehrsauffassung aus deutscher Produktion stammen. Die besondere Herausstellung des Herstellungslandes begr\u00fcnde beim Verbraucher die Erwartung, s\u00e4mtliche Teile des beworbenen Bestecks seien in Deutschland hergestellt. Dabei komme nicht auf eine bestimmte Qualit\u00e4tserwartung des Verbrauchers an. Seine Motivation k\u00f6nne auch andere Gr\u00fcnde, wie z. B. die Sorge um deutsche Arbeitspl\u00e4tze haben. Im vorliegenden Fall handele es sich daher um einen unzul\u00e4ssigen geografischen Herkunftshinweis, welcher aus wettbewerbsrechtlicher Hinsicht irref\u00fchrend und damit zu unterlassen sei.<\/p>\n<p><b>Conclusion<br \/>\n<\/b>Die vorliegende Entscheidung des OLG macht deutlich, dass die rechtm\u00e4\u00dfige Verwendung von Herkunftsangaben immer genau gepr\u00fcft werden muss, um kostspieligen wettbewerbsrechtlichen Abmahnungen vorzubeugen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das D\u00fcsseldorfer Oberlandesgericht hatte die Rechtsfrage zu entscheiden, ob ein Hersteller von Industrieprodukten, welcher die vertriebene Ware zum Teil in China herstellen l\u00e4sst, seine Produkte mit dem Herkunftshinweis \u201eMade in Germany\u201c bewerben darf.<\/p>","protected":false},"author":2,"featured_media":24106,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"single-custom-blog.php","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3049],"tags":[181,182,46,55,183],"ppma_author":[3074],"class_list":["post-763","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-herkunftsbezeichnung","tag-herkunftstaeuschung","tag-irrefuehrende-werbung","tag-irrefuehrung","tag-made-in-germany"],"authors":[{"term_id":3074,"user_id":2,"is_guest":0,"slug":"christopher","display_name":"Christopher A. 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