{"id":7148,"date":"2014-06-10T18:32:55","date_gmt":"2014-06-10T16:32:55","guid":{"rendered":"\/?p=7148"},"modified":"2025-10-10T14:49:27","modified_gmt":"2025-10-10T12:49:27","slug":"berichterstattung-ueber-prominentenkinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/avantcore.de\/en\/berichterstattung-ueber-prominentenkinder\/","title":{"rendered":"Berichterstattung \u00fcber Prominentenkinder?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Bundesgerichtshof hatte die Frage zu entscheiden, ob die Presse im Rahmen ihrer Berichterstattung den Namen und das Verwandtschaftsverh\u00e4ltnis von Kindern eines Prominenten nennen darf oder ob dies das Recht auf informationelle Selbstbestimmung\u00a0 des Kindes verletzt.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/avantcore.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/rrw.png\" alt=\"Sun at AVANTCORE\" width=\"393\" height=\"170\" \/>In dem zugrundeliegenden Fall hatte die Zeitschrift \u201eFrau im Spiegel\u201c einen Bericht \u00fcber den bekannten Fernsehmoderator G\u00fcnther J. mit dem Titel \u201eGefragt wie ein Popstar\u201c \u00fcber einen Auftritt an der Goethe-Universit\u00e4t in Frankfurt a.M. ver\u00f6ffentlicht. In diesem Artikel wurde die Tochter des Prominenten mit vollem Namen, ihrem Alter und dem Kindschaftsverh\u00e4ltnis zu G\u00fcnther J. erw\u00e4hnt. Diese Informationen waren zuvor bereits mehrfach im Rahmen diverser Presseberichte ver\u00f6ffentlicht worden.<\/p>\n<p>Die zu dem Zeitpunkt der Ver\u00f6ffentlichung zw\u00f6lf Jahre alte Tochter des TV-Moderators wollte dem Verlag nun die Berichterstattung dar\u00fcber untersagen,\u00a0 dass sie ein Kind des Fernsehmoderators ist.<\/p>\n<p><strong>Decision of the court<\/strong><\/p>\n<p>Der Bundesgerichtshof wies die Klage der Tochter von G\u00fcnther J. mit <a title=\"BGH, Urteil vom 29.04.2014 - Az. VI ZR 137\/13 \" href=\"http:\/\/juris.bundesgerichtshof.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;nr=67792&amp;pos=0&amp;anz=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Urteil vom 29.04.2014 &#8211; Az. VI ZR 137\/13 <\/a>&#8211; ab.<\/p>\n<p>Zwar best\u00e4tigte der BGH, dass die Minderj\u00e4hrige durch die Bekanntgabe ihres Vornamens, ihres Alters und des zwischen ihr und dem Fernsehmoderator bestehenden Kindschaftsverh\u00e4ltnisses in ihrem\u00a0 <a href=\"https:\/\/avantcore.de\/en\/topic\/persoenlichkeitsrecht\/\">allgemeinen Pers\u00f6nlichkeitsrecht<\/a> beeintr\u00e4chtigt werde. Im Rahmen der informationellen Selbstbestimmung d\u00fcrfe jeder grunds\u00e4tzlich selbst dar\u00fcber entscheiden, ob, wann und innerhalb welcher Grenzen pers\u00f6nliche Lebenssachverhalte offenbart w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Diese Beeintr\u00e4chtigung der informationellen Selbstbestimmung\u00a0 stelle in diesem Fall\u00a0 aber keine Pers\u00f6nlichkeitsverletzung der Minderj\u00e4hrigen dar, da vorliegend das Recht des Verlags auf Meinungs- und Medienfreiheit schwerer wiege als das Interesse des Kindes am Schutz ihrer Pers\u00f6nlichkeit.\u00a0 Ausschlaggebend f\u00fcr diese Entscheidung sei, dass der Name und das Alter der Kl\u00e4gerin sowie das zu dem TV-Moderator bestehende Kindschaftsverh\u00e4ltnis bereits vor der Ver\u00f6ffentlichung durch die Beklagte einer gro\u00dfen Anzahl von Personen bekannt gewesen und vielfach ver\u00f6ffentlicht worden sei. Die streitgegenst\u00e4ndliche Berichterstattung in der Zeitschrift &#8220;Frau im Spiegel&#8221; habe dem bereits bekannten nichts Neues hinzugef\u00fcgt und daher keinen selbstst\u00e4ndigen Verletzungsgehalt. Auch habe das Kind im Hinblick auf den kurzen Zeitraum, der zwischen den letzten Ver\u00f6ffentlichungen und der angegriffenen Berichterstattung liege,\u00a0 ihre Anonymit\u00e4t noch nicht wieder erlangt.<\/p>\n<p><strong>Conclusion<\/strong><\/p>\n<p>In vielen F\u00e4llen kann es von entscheidender Bedeutung sein, das <a href=\"https:\/\/avantcore.de\/en\/expertise\/copyright-and-media-law\/\">Pers\u00f6nlichkeitsrecht verletzende Berichterstattungen<\/a> ohne Verz\u00f6gerung zu verfolgen. Sind wie im vorliegenden Fall, der Name, das Alter und die famili\u00e4ren Verh\u00e4ltnisse des Kindes eines Prominenten durch vorhergehende Berichterstattungen bereits bekannt, stellt eine weitre Berichterstattung dieser Fakten keine Verletzung des Pers\u00f6nlichkeitsrechts mehr da.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesgerichtshof hatte die Frage zu entscheiden, ob die Presse im Rahmen ihrer Berichterstattung den Namen und das Verwandtschaftsverh\u00e4ltnis von Kindern eines Prominenten nennen darf oder ob dies das Recht auf informationelle Selbstbestimmung\u00a0 des Kindes verletzt.<\/p>","protected":false},"author":2,"featured_media":24106,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"single-custom-blog.php","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3049],"tags":[101,323,324,325,326,105],"ppma_author":[3074],"class_list":["post-7148","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-allgemeines-persoenlichkeitsrecht","tag-frau-im-spiegel","tag-guenther-jauch","tag-informationelle-selbstbestimmung","tag-persoenlichkeistrecht-von-minderjaehrigen","tag-persoenlichkeitsrechtsverletzung"],"authors":[{"term_id":3074,"user_id":2,"is_guest":0,"slug":"christopher","display_name":"Christopher A. 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