{"id":691,"date":"2011-02-11T20:17:00","date_gmt":"2011-02-11T18:17:00","guid":{"rendered":"\/?p=691"},"modified":"2025-10-13T13:16:38","modified_gmt":"2025-10-13T11:16:38","slug":"diaetwerbung-mit-fett-fressenden-hormonen-wettbewerbswidrig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/avantcore.de\/en\/diaetwerbung-mit-fett-fressenden-hormonen-wettbewerbswidrig\/","title":{"rendered":"Di\u00e4twerbung mit &#8220;Fett fressenden Hormonen&#8221; wettbewerbswidrig?"},"content":{"rendered":"<p><strong>In dem vorliegenden Rechtsstreit hatte ein Lebensmittelhersteller sein Di\u00e4tprodukt damit beworben \u201efett fressende Hormone\u201c zu aktivieren. Das Oberlandesgericht musste entscheiden, ob diese Formulierung Verbraucher glauben macht, dass allein durch die Einnahme des Produkts bereits ein Gewichtsverlust eintrete.<\/strong><\/p>\n<p><!--more-->Ein Verband zur Bek\u00e4mpfung unlauteren Wettbewerbs mahnte einen Lebensmittelhersteller ab, weil dieser auf seiner Internetseite irref\u00fchrend f\u00fcr eines seiner Produkte warb.<\/p>\n<p>Der Lebensmittelhersteller behauptete in seiner Werbung, dass jeder \u201ek\u00f6rpereigene Hormone habe, die wunderbar &#8211; auf nat\u00fcrliche Art und Weise &#8211; Fett fressen\u201d. Diese Hormone w\u00fcrden durch das angebotene Di\u00e4tprodukt aktiviert. Der Hersteller gab weiter unten an, dass man parallel immer auf eine ausgewogene und kalorienbewusste Ern\u00e4hrung zu achten habe und sich ausreichend bewegen sollte.<\/p>\n<p>Der Verband verlangte strafbewehrte Unterlassung wegen Irref\u00fchrung von Verbrauchern, da der Lebensmittelhersteller mit seiner Werbung suggeriere, dass durch die Einnahme des Di\u00e4tprodukts, automatisch eine Gewichtsabnahme einhergehe.<\/p>\n<p><b>Decision of the court<br \/>\n<\/b>In seiner <a title=\"OLG HAmm, Urteil vom 30.11.2010, Az. 4 U 88\/10\" href=\"http:\/\/www.justiz.nrw.de\/nrwe\/olgs\/hamm\/j2010\/I_4_U_88_10urteil20101130.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Entscheidung vom 30.11.2010, Az. 4 U 88\/10<\/a> entschied das Oberlandesgericht zugunsten des Wettbewerbsverbandes und verbot die irref\u00fchrende Werbung.<\/p>\n<p>Nach dem Lebensmittelgesetz sei es verboten, Lebensmittel mit irref\u00fchrenden Angaben zu bewerben, wobei eine Irref\u00fchrung insbesondere dann vorliege, wenn den Mitteln Wirkungen beigelegt werden, die ihnen nach den Erkenntnissen der Wissenschaft nicht zukommen oder die wissenschaftlich nicht gesichert sind. So ist irref\u00fchrend etwa auch eine Schlankheitswerbung, die einem Produkt bei Einnahme eine dauerhaft anhaltende gewichtsreduzierende Wirkung beilege, ohne dass dabei die Ern\u00e4hrungsgewohnheiten und die Art und den Umfang der k\u00f6rperlichen Bet\u00e4tigung ge\u00e4ndert werden m\u00fcssten. Der sp\u00e4tere Hinweis des Herstellers, dass man grunds\u00e4tzlich auf eine ausgewogene Ern\u00e4hrung und gen\u00fcgend Bewegung achten solle, korrigiere die durch die Werbeaussage entstandene Irref\u00fchrung nicht.<\/p>\n<p><b>Conclusion<br \/>\n<\/b>Bei der Bewerbung von Lebensmitteln, Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln und pharmazeutischen Produkten gelten Sonderregelungen, welche unbedingt beachtet werden m\u00fcssen, um nicht in die Gefahr einer m\u00f6glicherweise sehr kostspieligen Abmahnung zu kommen. Insbesondere ist es nicht gestattet mit Wirkungen zu werben, welche nicht wissenschaftlich bewiesen sind. Daher ist eine vorherige Rechtsberatung dringend erforderlich.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dem vorliegenden Rechtsstreit hatte ein Lebensmittelhersteller sein Di\u00e4tprodukt damit beworben \u201efett fressende Hormone\u201c zu aktivieren. 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