{"id":5089,"date":"2009-05-15T19:49:19","date_gmt":"2009-05-15T17:49:19","guid":{"rendered":"\/?p=5089"},"modified":"2025-10-13T14:43:53","modified_gmt":"2025-10-13T12:43:53","slug":"verguetungspflicht-der-musik-bei-tuerkischer-hochzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/avantcore.de\/en\/verguetungspflicht-der-musik-bei-tuerkischer-hochzeit\/","title":{"rendered":"Remuneration obligation for music at Turkish weddings"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die \u00f6ffentliche Wiedergabe gesch\u00fctzter Musikwerke ist bekanntlich verg\u00fctungspflichtig. In dem vom Amtsgericht Bochum zu entscheidenden Fall hat der Rechteinhaber (wohl die Gesellschaft f\u00fcr musikalische Auff\u00fchrungs- und mechanische Vervielf\u00e4ltigungsrechte &#8211; GEMA) gegen den Veranstalter einer gro\u00dfen Hochzeit mit 600 G\u00e4sten Schadensersatzanspr\u00fcche geltend gemacht, weil w\u00e4hrend der Feier gesch\u00fctzte Musik von einer Liveband gespielt wurde. Die Klage wurde im Ergebnis abgewiesen &#8211; AG Bochum, Urteil vom 20.01.2009, Az. 65 C 403\/08.<!--more--><\/strong><\/p>\n<p>Streitig war insbesondere, ob die t\u00fcrkische Hochzeit mit rund 600 G\u00e4sten eine geschlossene Veranstaltung war, da die Verg\u00fctungspflicht gem. \u00a7 15 Abs. 2 UrhG voraussetzt, dass die Wiedergabe &#8220;\u00f6ffentlich&#8221; erfolgt.<\/p>\n<p>Den Begriff der \u00d6ffentlichkeit definiert \u00a7 15 Abs. 3 UrhG wie folgt:<\/p>\n<blockquote><p>Die Wiedergabe ist \u00f6ffentlich, wenn sie f\u00fcr eine Mehrzahl von Mitgliedern der \u00d6ffentlichkeit bestimmt ist. Zur \u00d6ffentlichkeit geh\u00f6rt jeder, der nicht mit demjenigen, der das Werk verwertet, oder mit den anderen Personen, denen das Werk in unk\u00f6rperlicher Form wahrnehmbar oder zug\u00e4nglich gemacht wird, durch pers\u00f6nliche Beziehungen verbunden ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dies bedeutet, dass eine Veranstaltung wie z.B. eine Hochzeit dann nicht \u00f6ffentlich ist, wenn der Kreis der teilnehmenden Personen zahlenm\u00e4\u00dfig bestimmt abgegrenzt ist und diese Personen untereinander oder mit dem Veranstalter pers\u00f6nlich verbunden liegt.<\/p>\n<p><strong>The court's decision<\/strong><\/p>\n<p>Genau so lag der Fall nach Auffassung des AG Bochum hier. Der Begriff der pers\u00f6nlichen Verbundenheit sei nicht eng im Sinne famili\u00e4rer oder freundschaftlicher Beziehungen zu verstehen. Ma\u00dfgeblich sei vielmehr der enge gegenseitige Kontakt, der \u00fcber die pers\u00f6nliche Einladung der Personen vermittelt w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Dabei sei nicht das Ma\u00df der Einlasskontrollen entscheidend, weshalb die (theoretische) M\u00f6glichkeit, dass sich fremde Personen Zugang zu der Veranstaltung verschaffen, nicht dazu f\u00fchrt, dass diese \u00f6ffentlich im Sinne des \u00a7 15 Abs. 3 UrhG wird. Gleiches gelte f\u00fcr die hohe Zahl der G\u00e4ste (rund 600), da Hochzeiten dieser Dimension im t\u00fcrkischen Kulturkreis nicht un\u00fcblich sei.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00f6ffentliche Wiedergabe gesch\u00fctzter Musikwerke ist bekanntlich verg\u00fctungspflichtig. 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