{"id":4909,"date":"2007-08-22T22:42:00","date_gmt":"2007-08-22T20:42:00","guid":{"rendered":"\/?p=4909"},"modified":"2025-10-13T15:00:44","modified_gmt":"2025-10-13T13:00:44","slug":"verkauf-gefaelschter-oem-software-lizenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/avantcore.de\/en\/verkauf-gefaelschter-oem-software-lizenzen\/","title":{"rendered":"Verkauf gef\u00e4lschter OEM-Software-Lizenzen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Version einer Standardsoftware keine F\u00e4lschung ist. Bei der Berechnung des vom Software-Hersteller zu beanspruchenden Schadensersatzes ist der Marktwert ungebundener OEM-Versionen heranzuziehen, da der OEM-Markt kein illegaler Vertriebsweg ist.<\/strong><!--more--><\/p>\r\n<p>Die Kl\u00e4gerin bestellte bei der Beklagten drei OEM-Versionen ihrer Standardsoftware &#8220;MS Office Professional&#8221;. Diese waren unstreitig gef\u00e4lscht, was bei genauer Pr\u00fcfung auch feststellbar gewesen w\u00e4re. Die Kl\u00e4gerin forderte daher Schadensersatz wegen der hierin liegenden Verletzung ihrer urheberrechtlichen Nutzungsrechte, n\u00e4mlich des Verwertungsrechts.<\/p>\r\n<p><strong>The court's decision<\/strong><\/p>\r\n<p>Das Gericht ging davon aus (OLG D\u00fcsseldorf, Urteil vom 15.02.2005), dass diese Verletzung des Verwertungsrechts der Kl\u00e4gerin schuldhaft erfolgte, da der Beklagten bekannt gewesen sei, dass die Software-Produzenten OEM-Versionen ausschlie\u00dflich Hardware-Herstellern zur Vorinstallation \u00fcberlassen und dar\u00fcber hinaus Software-F\u00e4lschungen (Raubkopien)\u00a0in gro\u00dfer Zahl kursieren. Die erforderliche Pr\u00fcfung h\u00e4tte von der Beklagten daher mit allergr\u00f6\u00dfter Sorgfalt und gegebenenfalls mittels Entfernung der vorhandenen Verschwei\u00dfung erfolgen m\u00fcssen.<\/p>\r\n<p>Der von der Kl\u00e4gerin geforderte Lizenzschaden berechne sich nach dem Preis, den ein rechtstreuer H\u00e4ndler bei vertraglicher Einr\u00e4umung der Nutzungsrechte vern\u00fcnftigerweise bezahlt h\u00e4tte. Der Handel mit freien OEM-Versionen sei n\u00e4mlich nicht illegal, wie bereits der Bundegerichtshof in seinem grundlegenden Urteil (MMR 2000, 749) festgestellt hat. Hiernach kann ein Software-Hersteller von seinem Abnehmer nicht vertraglich vorschreiben, OEM-Software ausschlie\u00dflich in Verbindung mit neuen PC zu verkaufen. Insoweit greift der Grundsatz der Ersch\u00f6pfung des Verbreitungsrechts des Urhebers vollumf\u00e4nglich. Denn eine vertragliche Vereinbarung kann im deutschen Recht niemals Wirkungen zu Lasten eines unbeteiligten Dritten entfalten. Der Software-Hersteller &#8211; wie auch jeder andere Produzent &#8211; hat daher nach der Erstver\u00e4u\u00dferung grunds\u00e4tzlich keinen Einfluss mehr auf den weiteren Vertrieb seines Produkts.<\/p>\r\n<p>Die Einzelhandelsversion kann dagegen zur Berechnung des Schadens nicht herangezogen werden, da eine Vollversion der streitgegenst\u00e4ndlichen Software vorliegend gerade nicht bestellt und auch nicht geliefert wurde.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Version einer Standardsoftware keine F\u00e4lschung ist. 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