{"id":20878,"date":"2010-11-22T12:24:00","date_gmt":"2010-11-22T10:24:00","guid":{"rendered":"\/?p=653"},"modified":"2025-10-13T13:54:34","modified_gmt":"2025-10-13T11:54:34","slug":"boxerin-halmich-gewinnt-kampf-um-recht-am-eigenen-bild","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/avantcore.de\/en\/boxerin-halmich-gewinnt-kampf-um-recht-am-eigenen-bild\/","title":{"rendered":"Boxerin Halmich gewinnt Kampf um Recht am eigenen Bild"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Oberlandesgericht Karlsruhe musste entscheiden, ob der ehemaligen Profiboxerin Regina Halmich Anspr\u00fcche auf Schadensersatz aufgrund arglistiger T\u00e4uschung und Verletzung ihres Pers\u00f6nlichkeitsrechtes f\u00fcr die kommerzielle Vermarktung des Kinofilms &#8220;K\u00f6nigin im Ring&#8221; zustehen, oder ob eine Einwilligung der Boxerin f\u00fcr die Kinoauswertung des Films vorlag.<\/strong><\/p>\n<p><!--more-->Die ehemalige Profiboxerin Regina Halmich schloss mit einer Autorin und Regisseurin von Dokumentarfilmen sowie einem Kameramann einen Vertrag \u00fcber die Verfilmung ihrer Karriere. F\u00fcr ihre Mitwirkung an diesem Dokumentarfilm sollte die Boxerin eine Verg\u00fctung von 3.500 Euro erhalten, im Gegenzug bekamen der Kameramann und die Autorin das Recht, den Film \u201eK\u00f6nigin im Ring\u201c im TV und bei Filmfestivals zu zeigen und aufzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Die Einwilligung der Boxerin ihre Pers\u00f6nlichkeitsrechte an ihren eigenen Bildern an die Filmemacher abzutreten, stand im Vertrag &#8221; unter der aufschiebenden Bedingung des Abschlusses eines branchen\u00fcblichen Verwertungsvertrages mit einem Filmverleih und der Bezahlung einer weiteren angemessenen Verg\u00fctung f\u00fcr die Einr\u00e4umung des Vorf\u00fchrungsrechts. Diese Bedingung wurde mit einem sp\u00e4ter geschlossenen Vertrag zwischen den Parteien entfernt.<\/p>\n<p>In der Folge erkl\u00e4rte Regina Halmich die Anfechtung gegen diesen Vertragszusatz wegen arglistiger T\u00e4uschung und erhob Klage vor dem Landgericht Karlsruhe wegen Verletzung ihres Pers\u00f6nlichkeitsrechtes, weil der Dokumentarfilm ohne ihre Einwilligung in die Kinos gekommen sei. In erster Instanz konnte Frau Halmich den Rechtsstreit gewinnen, so dass die Filmemacher Berufung beim Oberlandesgericht einlegten.<\/p>\n<p><b>Decision of the court<br \/>\n<\/b>Das OLG Karlsruhe best\u00e4tigte den vom Landgericht Karlsruhe festgestellten Schadensersatzanspruch von Regina Halmich mit <a title=\"OLG Karlsruhe, Urteil vom 10.09.2010 - 6 U 35\/10 ( Pressemitteilung)\" href=\"http:\/\/www.olg-karlsruhe.de\/pb\/,Lde\/Startseite?ROOT=1180141\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Urteil vom 10.09.2010 &#8211; 6 U 35\/10 ( Pressemitteilung)<\/a>.<\/p>\n<p>Das Gericht f\u00fchrte aus, dass Bildnisse nur mit Einwilligung der darauf Abgebildeten verbreitet oder \u00f6ffentlich zur Schau gestellt werden d\u00fcrften. Das auf diese Weise gesch\u00fctzte Recht am eigenen Bild sei eine besondere Auspr\u00e4gung des allgemeinen Pers\u00f6nlichkeitsrechtes. In dem Dokumentarfilm \u201eK\u00f6nigin im Ring\u201c w\u00fcrden auch sehr private Bilder au\u00dferhalb Ihrer Boxt\u00e4tigkeit gezeigt, so dass hier in jedem Fall Pers\u00f6nlichkeitsrechte der Boxerin betroffen seien.<\/p>\n<p>Die kommerzielle Verwertung des Films im Kino wurde im Hauptvertrag nicht erteilt, sondern unter den oben formulierten Vorbehalt gestellt. Die sp\u00e4tere Zusatzvereinbarung befand das OLG Karlsruhe f\u00fcr nichtig, da die Boxerin glaubhaft machen konnte, dass Sie \u00fcber den Inhalt arglistig get\u00e4uscht wurde. Die Filmemacher hatten n\u00e4mlich versprochen, durch die Zusatzvereinbarung w\u00fcrden keine Nachteile f\u00fcr die Boxerin entstehen.<\/p>\n<p><b>Conclusion<br \/>\n<\/b>Bildnisse d\u00fcrfen grunds\u00e4tzlich nur mit Einwilligung der darauf Abgebildeten verbreitet oder \u00f6ffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt zwar im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete daf\u00fcr dass er sich abbilden lie\u00df, eine Entlohnung erhielt. Die Zweifelsregel kam hier aber nicht zum tragen, da eine andere vertragliche Vereinbarung bestand.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Oberlandesgericht Karlsruhe musste entscheiden, ob der ehemaligen Profiboxerin Regina Halmich Anspr\u00fcche auf Schadensersatz aufgrund arglistiger T\u00e4uschung und Verletzung ihres Pers\u00f6nlichkeitsrechtes f\u00fcr die kommerzielle Vermarktung des Kinofilms &#8220;K\u00f6nigin im Ring&#8221; zustehen, oder ob eine Einwilligung der Boxerin f\u00fcr die Kinoauswertung des Films vorlag.<\/p>","protected":false},"author":2,"featured_media":24106,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"single-custom-blog.php","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3049],"tags":[101,104,118,119],"ppma_author":[3074],"class_list":["post-20878","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-allgemeines-persoenlichkeitsrecht","tag-persoenlichkeitsrecht","tag-verfilmung","tag-verwertungsvertrag"],"authors":[{"term_id":3074,"user_id":2,"is_guest":0,"slug":"christopher","display_name":"Christopher A. 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