{"id":17384,"date":"2021-11-10T11:51:12","date_gmt":"2021-11-10T10:51:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kpw-law.de\/?p=17384"},"modified":"2025-10-08T09:08:43","modified_gmt":"2025-10-08T07:08:43","slug":"manufaktur-im-firmennamen-zulaessig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/avantcore.de\/en\/manufaktur-im-firmennamen-zulaessig\/","title":{"rendered":"&#8220;Manufaktur&#8221; im Firmennamen zul\u00e4ssig?"},"content":{"rendered":"<p><strong><span class=\"gericht\"><span class=\"highlight\">Firmiert ein Unternehmen als Manufaktur ist dies irref\u00fchrend, wenn das Unternehmen die Anforderungen an einen Manufaktur-Betrieb nicht erf\u00fcllt. Dies befand das Oberlandesgericht Frankfurt am Main.<\/span><\/span><\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Ein Hersteller nostalgischer Blechschilder ging gegen einen Konkurrenten vor, weil dieser in seiner Firma die Bezeichnung &#8220;Manufaktur&#8221; f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Der Hersteller war der Auffassung, dass dem Begriff Manufaktur vom Verkehr eine konkrete Bedeutung beigemessen werde. Der Konkurrent hingegen war der Auffassung der Begriff \u201eManufaktur\u201c habe sich bereits vollst\u00e4ndig zum Synonym f\u00fcr \u201eFabrik\u201c, \u201eFirma\u201c, \u201eUnternehmen\u201c oder \u201eWerk\u201c gewandelt.<\/p>\n<h2>Irref\u00fchrung durch &#8220;Manufaktur&#8221;<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/avantcore.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/rrw.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/avantcore.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/rrw.png\" alt=\"&quot;Manufaktur&quot; im Firmennamen und in der Werbung Rechtsanwalt Wettbewerbsrecht irref\u00fchrend\" width=\"412\" height=\"275\" \/><\/a>The OLG Frankfurt a. M. (<a href=\"https:\/\/openjur.de\/u\/2348881.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beschluss vom 29.06.2021 &#8211; 6 U 46\/20<\/a>) folgte der Auffassung des Herstellers. Das Gericht ist der Meinung den Begriff der Manufaktur versteht der Verkehr als Herstellungsst\u00e4tte mit langer Tradition und Handfertigung hoher Qualit\u00e4ten. Dies erg\u00e4be sich zum einen aus der im Duden zutreffend beschrieben Bedeutung und zum anderen auch aus dem Wort \u201eManufaktur\u201c selbst. Manus = Hand und facerere = erbauen, tun, herstellen &#8211; so das Gericht.<\/p>\n<p>Daher muss der Verwender des Begriffs Manufaktur seine Produktion in Handarbeit vornehmen. Der Verwendung muss zudem dartun, in welchem Verh\u00e4ltnis von Handarbeit zum Einsatz von Maschinen sein Fertigungsprozess steht. Jedenfalls wenn \u00fcberwiegend maschinell gefertigt wird, liegt keine Handarbeit mehr vor.<\/p>\n<p>Die Nutzung des Firmenbestandteils \u201eManufaktur\u201c ist auch geeignet, Verbraucher zu einer gesch\u00e4ftlichen Entscheidung zu veranlassen, die sie andernfalls nicht getroffen h\u00e4tten. Der Anteil der Handarbeit an einem Produkt kann f\u00fcr eine Kaufentscheidung wesentlich sein, vermittelt er doch eine h\u00f6here Wertigkeit des Produkts.<\/p>\n<h2>Conclusion<\/h2>\n<p>Laut OLG Frankfurt a.M. bedeutet der Begriff &#8220;Manufaktur&#8221; zweierlei. Zum einen m\u00fcssen die Produkte \u00fcberwiegend in Handarbeit gefertigt werden. Zum anderen muss das Unternehmen eine lange Tradition aufweisen. Ob tats\u00e4chlich mit dem Begriff auch eine lange Tradition verbunden wird, erscheint jedoch zweifelhaft.\u00a0 Hierauf kam\u00a0 es in der Entscheidung des OLG Frankfurt a.M. jedoch nicht entscheidend an. Die rechtlichen Erw\u00e4gungen lassen sich wohl auf die rein werbliche Verwendung des Begriffs \u00fcbertragen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Firmiert ein Unternehmen als Manufaktur ist dies irref\u00fchrend, wenn das Unternehmen die Anforderungen an einen Manufaktur-Betrieb nicht erf\u00fcllt. 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