{"id":1615,"date":"2012-01-30T11:39:25","date_gmt":"2012-01-30T09:39:25","guid":{"rendered":"\/?p=1615"},"modified":"2025-10-13T12:33:21","modified_gmt":"2025-10-13T10:33:21","slug":"keine-persoenlichkeitsverletzung-bei-berichterstattung-ueber-pornoauftritt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/avantcore.de\/en\/keine-persoenlichkeitsverletzung-bei-berichterstattung-ueber-pornoauftritt\/","title":{"rendered":"Keine Pers\u00f6nlichkeitsverletzung bei Berichterstattung \u00fcber Pornoauftritt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Muss ein fr\u00fcherer Pornodarsteller Presseberichte \u00fcber diese Tatsache hinnehmen oder stellt eine solche Berichterstattung eine Verletzung der Privat- und Intimsph\u00e4re des Schauspielers dar? Der Bundesgerichtshof entschied diese Frage nun in letzter Instanz.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nDer Bildhauer und Lebensgef\u00e4hrte der Schauspielerin Katja Riemann wirkte insgesamt acht Mal als Darsteller in<br \/>\npornographischen Filmproduktionen mit. Dabei war sein Bild auf dem Cover einer der Pornofilme zu sehen. Sein b\u00fcrgerlicher Name Raphael Beil wurde bei den Filmen nicht genannt.<\/p>\n<p>Diese &#8220;Jugends\u00fcnde&#8221; des Bildhauers blieb viele Jahre unentdeckt, bis die Schauspielerin den Bildhauer bei einer Preisverleihung als ihren Freund vorstellte. Prompt grub ein Verlag diese pikante Tatsache aus und ver\u00f6ffentlichte in seiner Zeitschrift &#8220;Auf einen Blick&#8221; einen Artikel mit der Enth\u00fcllung der Pornovergangenheit des Herrn Beil.<\/p>\n<p>Dagegen wehrte sich der Bildhauer nun gerichtlich mit dem Argument, die Enth\u00fcllung der Zeitschrift habe ihn in seinem allgemeinen Pers\u00f6nlichkeitsrecht verletzt. Das Kammergericht Berlin verurteilte den Verlag auch zun\u00e4chst auf Unterlassung.<\/p>\n<p><strong>Decision of the court<\/strong><\/p>\n<p>With <a title=\"BGH Urteil vom 25.10.2011 - Az. VI ZR 332\/09\" href=\"http:\/\/juris.bundesgerichtshof.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;nr=58383&amp;pos=0&amp;anz=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Urteil vom 25.10.2011 &#8211; Az. VI ZR 332\/09<\/a> &#8211; hob der BGH die Entscheidung des Kammergerichts auf.<\/p>\n<p>Wer erkennbar als Darsteller in Pornofilmen aufgetreten sei, m\u00fcsse auch Presseberichte dar\u00fcber hinnehmen. Der Bildhauer Raphael Beil, den die Schauspielerin Katja Riemann im Jahr 2007 als ihren Lebensgef\u00e4hrten vorstellte, m\u00fcsse deshalb Berichte \u00fcber seine fr\u00fcheren Auftritte in Pornos dulden. Der BGH betonte dabei, dass kommerzielle Pornofilme gerade dazu bestimmt seien, von der interessierten \u00d6ffentlichkeit zur Kenntnis genommen zu werden.<\/p>\n<p>Dieser Wertung stehe nicht entgegen, dass der Herr Beil in den pornographischen Filmen namentlich nicht benannt wird. Denn durch die Abbildung seiner Person, vor allem seines Gesichts sei er f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit identifizierbar.<\/p>\n<p><strong>Conclusion<\/strong><\/p>\n<p>Auftritte in Filmen auch pornographischer Natur sind wegen der bewussten kommerziellen Auswertung des Filmmaterials dem der \u00d6ffentlichkeit zugewandten Bereich zuzurechnen. Darsteller k\u00f6nnen sich daher nicht auf ihr Recht auf Intimsph\u00e4re berufen um eine Berichterstattung \u00fcber den Porno im Zusammenhang ihres Namens zu verhindern.<\/p>\n<p>Anders fiele eine Wertung aber aus, wenn es sich bei dem pornographischen Laufbildern um private Filme gehandelt h\u00e4tte. Diese w\u00e4ren gerade nicht f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit bestimmt und damit der Privat- und Intimsph\u00e4re des Einzelnen zuzurechnen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Muss ein fr\u00fcherer Pornodarsteller Presseberichte \u00fcber diese Tatsache hinnehmen oder stellt eine solche Berichterstattung eine Verletzung der Privat- und Intimsph\u00e4re des Schauspielers dar? 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