{"id":15779,"date":"2020-10-04T10:23:26","date_gmt":"2020-10-04T08:23:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kpw-law.de\/?p=15779"},"modified":"2026-01-19T11:38:03","modified_gmt":"2026-01-19T10:38:03","slug":"beitraege-sind-als-influencer-werbung-zu-kennzeichnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/avantcore.de\/en\/beitraege-sind-als-influencer-werbung-zu-kennzeichnen\/","title":{"rendered":"Beitr\u00e4ge sind als Influencer-Werbung zu kennzeichnen!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit Influencer-Werbung l\u00e4sst sich auf sozialen Plattformen wie Instagram viel Geld verdienen. Zentrale Streitfrage ist nach wie vor, ob und wann &#8220;Werbung&#8221; auf Instagram als solche gekennzeichnet werden muss. Das Landgericht K\u00f6ln gibt nun eine Antwort auf die Frage, ob f\u00fcr &#8220;Werbung&#8221; immer eine Gegenleistung n\u00f6tig ist.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"absatzLinks\">Ein Wettbewerbsverband nahm eine Influencerin auf Instagram ins Visier. Die Influencerin war unter anderem in den Bereichen Mode und Lifestyle auf ihrem Instagram-Account aktiv. Sie wurde teilweise auch gegen Bezahlung t\u00e4tig.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/avantcore.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/rrw.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/avantcore.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/rrw.png\" alt=\"Influencer-Werbung\" width=\"412\" height=\"275\" \/><\/a>In ihrem Instagram-Profil ver\u00f6ffentlichte die Influencerin Fotos von sich, die mit verschiedenen Herstellern &#8220;getagged&#8221; waren. Durch das &#8220;Taggen&#8221; wurde der Name der Hersteller der von ihr getragenen Bekleidungsst\u00fccke oder Accessoires angezeigt, sofern man das Bild angeklickt hat. Klickte man sodann auf den angezeigten Unternehmensnamen, erfolgte eine Weiterleitung auf die Instagram-Seite des jeweils markierten Herstellers.<\/p>\n<p>Sodann mahnte der Wettbewerbsverband die Influencerin ab. Und zwar drehte sich die Abmahnung um solche Fotos, auf denen zu kommerziellen Zwecken diverse Unternehmensprofile verlinkt (&#8220;getagged&#8221;) waren. Die Influencerin verpflichtete sich daraufhin, es zu unterlassen, Posts zu ver\u00f6ffentlichen, auf denen Produkte <strong>zu kommerziellen Zwecken<\/strong> im Bild des Posts getagged sind, ohne den kommerziellen Zweck des jeweiligen Posts zu verdeutlichen. Auch eine Vertragsstrafeversprechen f\u00fcr weitere Verst\u00f6\u00dfe gegen die Unterlassungsvereinbarung wurde vereinbart.<\/p>\n<p>Kurze Zeit sp\u00e4ter machte der Wettbewerbsverband gegen die Influencerin erneut Anspr\u00fcche geltend. Dieses Mal ging es jedoch um solche Verlinkungen auf Unternehmensprofile, die <strong>ohne Gegenleistung<\/strong> erfolgten. Die Influencerin machte deutlich, die auf den Fotos ersichtlichen Produkte selbst gekauft zu haben. Lediglich ein Dirndl und eine Handtasche seien ihr unverlangt zugesendet worden.<\/p>\n<p>Der Streit wurde schlie\u00dflich am LG K\u00f6ln ausgetragen.<\/p>\n<h2>Jeder Beitrag ist Influencer-Werbung<\/h2>\n<p>Das LG K\u00f6ln (<a href=\"https:\/\/www.justiz.nrw.de\/nrwe\/lgs\/koeln\/lg_koeln\/j2020\/33_O_138_19_Urteil_20200721.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Urt. v. 21.07.2020, Az. 33 O 138\/19<\/a>) urteilte, dass Influencer auch solche Posts auf Instagram als &#8220;Werbung&#8221; kennzeichnen m\u00fcssen, f\u00fcr die sie keine Gegenleistung von den durch &#8220;Tags&#8221; verlinkten Unternehmen erhalten.<\/p>\n<p>Das Gericht f\u00fchrte aus, dass wenn der kommerzielle Zweck einer gesch\u00e4ftlichen Handlung nicht kenntlich gemacht werde, ein <a href=\"https:\/\/avantcore.de\/en\/areas-of-law\/competition\/\">Infringement of competition law<\/a> vorliege, sofern das Nichtkenntlichmachen geeignet ist, den Verbraucher zu einer gesch\u00e4ftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er anderenfalls nicht getroffen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Nicht nur der Absatz der verlinkten Unternehmen w\u00fcrde durch das &#8220;Taggen&#8221; gef\u00f6rdert. Die Ver\u00f6ffentlichung der fraglichen Posts f\u00f6rdere auch das eigene Unternehmen der Influencerin. Jedenfalls insoweit, als sich die Influencerin den &#8220;getaggten&#8221; und weiteren Unternehmen damit als potenzielle Werbepartnerin pr\u00e4sentiere.<\/p>\n<p>Die Nichtkenntlichmachung der Posts als kommerziell sei weiter auch dazu geeignet, Verbraucher zu einem Anklicken der Tags zu veranlassen. Es sei n\u00e4mlich m\u00f6glich, dass Verbraucher das Anklicken im Falle einer Kennzeichnung mit &#8220;Werbung&#8221; unterlassen w\u00fcrden.<\/p>\n<h2>Influencer-Werbung vergleichbar mit Warenkatalog<\/h2>\n<p>Das LG K\u00f6ln erteilte auch dem Argument, dass nicht jeder Instagram-Post auch einen kommerziellen Hintergrund habe, eine Absage. Denn mit den Tags beschr\u00e4nke sich die Influencerin nicht auf die blo\u00dfe Mitteilung der Hersteller. Vielmehr stelle das &#8220;Taggen&#8221; eine werbewirksame Warenpr\u00e4sentation vergleichbar eines Warenkatalogs dar.<\/p>\n<p>Im Ergebnis komme es somit nicht darauf an, ob der Influencerin f\u00fcr die Posts mit den Unternehmenstags Entgelte versprochen worden sind oder nicht. Eine Kennzeichnung als &#8220;Werbung&#8221; habe zu erfolgen. Es st\u00fcnde der Influencerin jedoch beispielsweise frei, im Falle der fehlenden Entgeltlichkeit kommerzieller Posts diese als &#8220;Eigenwerbung&#8221;, &#8220;unbezahlte Werbung&#8221; o.\u00e4. zu kennzeichnen.<\/p>\n<h2>Conclusion<\/h2>\n<p>Eine h\u00f6chstrichterliche Entscheidung zur <a href=\"https:\/\/avantcore.de\/en\/topic\/influencer-marketing\/\">Influencer-Werbung auf Instagram<\/a> steht noch immer aus. Nach Ansicht des LG K\u00f6ln jedenfalls ist Influencer-Werbung bei jedem Post anzunehmen, in dem Unternehmen &#8220;getagged&#8221; werden. Eine Kennzeichnung als &#8220;Werbung&#8221; ist nach dieser Ansicht immer Pflicht, egal ob kommerzielle Interessen dahinterstehen oder nicht.<\/p>\n<div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Influencer-Werbung l\u00e4sst sich auf sozialen Plattformen wie Instagram viel Geld verdienen. Zentrale Streitfrage ist nach wie vor, ob und wann &#8220;Werbung&#8221; auf Instagram als solche gekennzeichnet werden muss. 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