{"id":13346,"date":"2017-03-08T13:32:18","date_gmt":"2017-03-08T12:32:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kpw-law.de\/?p=13346\/"},"modified":"2025-10-08T14:35:58","modified_gmt":"2025-10-08T12:35:58","slug":"13346","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/avantcore.de\/en\/13346\/","title":{"rendered":"Filesharing: Computer des Ehegatten muss nicht untersucht werden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Den Inhaber eines Internetanschlusses trifft bei illegalem Filesharing im Verfahren eine sekund\u00e4re Darlegungslast. Ob es dem Anschlussinhaber zumutbar ist, den Computer seines Ehegatten im Hinblick auf die Existenz von Filesharing-Software zu untersuchen wurde nun vom Bundesgerichtshof entschieden.<\/strong> <!--more--><\/p>\n<p>Einem Anschlussinhaber wurde vorgeworfen, den Film &#8220;Resident Evil: Afterlife 3D&#8221; \u00fcber eine Tauschb\u00f6rse im Internet anderen Nutzern zur Verf\u00fcgung gestellt zu haben.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/avantcore.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/rrw.png\" alt=\"Sun at AVANTCORE\" width=\"367\" height=\"159\" \/>Der Anschlussinhaber stritt den Vorwurf ab und verwies darauf, dass seine Ehefrau den Internetanschluss selbstst\u00e4ndig mitnutze. Den Computer der Ehefrau untersuchte der Anschlussinhaber nicht. Ferner verwies er auf eine massive Sicherheitsl\u00fccke des Routers, der Dritten die M\u00f6glichkeit bot, sich unbefugt Zugang zu seinem WLAN-Anschluss zu verschaffen.<\/p>\n<p>Das AG Braunschweig wies die Klage ab.<\/p>\n<p>In der 2. Instanz vor dem LG Braunschweig wurde die Ehefrau des Anschlussinhabers als Zeugin vernommen. Sie best\u00e4tigte, dass sie den Anschluss ebenfalls genutzt hat, sie stritt jedoch die T\u00e4terschaft einer Urheberrechtsverletzung mittels einer Filesharing-Software ab. Das LG Braunschweig wies die Berufung der Kl\u00e4gerin zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Sowohl in 1. als auch in 2. Instanz scheiterte die Kl\u00e4gerin. Nun wies der BGH auch die Revision der Kl\u00e4gerin zur\u00fcck.<\/p>\n<h2>Die Entscheidung des BGH<\/h2>\n<p>Der BGH best\u00e4tigte mit <a href=\"http:\/\/juris.bundesgerichtshof.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;nr=77623&amp;pos=0&amp;anz=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Urteil vom 06.10.2016 &#8211; Az. I ZR 154\/15 &#8211; &#8220;Afterlife&#8221; <\/a>die Auffassung des Berufungsgerichts, dass der beklagte Anschlussinhaber der Darlegungslast nachgekommen sei, indem er seine Ehefrau als Mitnutzerin benannt und konkret zum eingesetzten Router und der bei diesem bestehenden Sicherheitsl\u00fccke vorgetragen habe.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sei der Anschlussinhaber nicht verpflichtet, den T\u00e4ter der Rechtsverletzung zu ermitteln und namentlich zu benennen. Ferner m\u00fcsse er weder den Computer der Ehefrau untersuchen noch konkreten Vortrag zu seinen Abwesenheitszeiten und denjenigen der Mitbenutzer halten.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndet wurde die Unzumutbarkeit weitergehender Nachforschungspflichten mit dem grundrechtlichen Schutz von Ehe und Familie.<\/p>\n<h2>Conclusion<\/h2>\n<p>Der BGH best\u00e4tigt damit, dass ein Anschlussinhaber zur Erf\u00fcllung seiner sekund\u00e4ren Darlegungslast darlegen muss, ob und welche anderen Personen selbstst\u00e4ndigen Zugang zu seinem Internetanschluss hatten. Er muss jedoch nicht die Computer seiner Familienangeh\u00f6rigen nach Filesharing-Software durchsuchen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Inhaber eines Internetanschlusses trifft bei illegalem Filesharing im Verfahren eine sekund\u00e4re Darlegungslast. 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