{"id":1013,"date":"2013-10-02T12:40:00","date_gmt":"2013-10-02T10:40:00","guid":{"rendered":"\/?p=1013"},"modified":"2025-10-10T15:54:29","modified_gmt":"2025-10-10T13:54:29","slug":"markenverletzung-durch-hard-rock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/avantcore.de\/en\/markenverletzung-durch-hard-rock\/","title":{"rendered":"Trademark infringement by Hard Rock?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Bundesgerichtshof hatte einen Rechtsstreit zwischen der international t\u00e4tigen Hard Rock-Gruppe und einem Restaurantbetreiber in Heidelberg zu entscheiden. Die weltweiten Betreiber der Hard Rock Cafes mahnten den Heidelberger Restaurantbesitzer wegen der Verletzung gleich mehrerer Marken ab und verlangte Unterlassung der Nutzung des Markennamens f\u00fcr den Betrieb eines Restaurants und f\u00fcr die Verwendung f\u00fcr Merchandising Artikel.<\/strong><\/p>\n<p><!--more-->Seit 1978 verwendet der Heidelberger Restaurantbetreiber bereits das typische kreisrunde Hard-Rock-Logo der Hard Rock-Gruppe in Speise- und Getr\u00e4nkekarten sowie auf Gl\u00e4sern. Er benutzt die Wortfolge &#8220;Hard Rock Cafe&#8221; sowie das Logo als Eingangsschild, auf der Eingangst\u00fcr und in den Fenstern des Restaurants und bietet z.B. Bekleidung und andere Merchandising Artikel mit dem Hard Rock Logo an.<\/p>\n<p>Bereits im Jahre 1992 beantragte die Hard Rock-Gruppe eine einstweilige Verf\u00fcgung gegen den Restaurantbetreiber aus Heidelberg, nahm den Antrag auf Unterlassung im Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes nach Widerspruch der Restaurantbetreibers aber wieder zur\u00fcck. Vierzehn Jahre sp\u00e4ter verlangt die Hard Rock-Gruppe nun erneut Unterlassung.<\/p>\n<p><b>Decision of the court<\/b><\/p>\n<p>With <a title=\"BGH Urteil vom 15.08.2013 \u2013 Az. I ZR 188\/11\" href=\"http:\/\/juris.bundesgerichtshof.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;Datum=Aktuell&amp;nr=65367&amp;linked=urt&amp;Blank=1&amp;file=dokument.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Urteil vom 15.08.2013 \u2013 Az. I ZR 188\/11<\/a> entschied der Bundesgerichtshof, dass die Anspr\u00fcche der Hard-Rock-Gruppe gegen den Betrieb des Heidelberger Restaurants unter der Bezeichnung &#8220;Hard Rock Cafe Heidelberg&#8221; verwirkt, also nicht mehr durchsetzbar seien, da die sie den Namen des Heidelberger Restaurants nach R\u00fccknahme des Antrags auf einstweilige Verf\u00fcgung mehr als 14 Jahre geduldet haben.<\/p>\n<p>Merchandising Waren mit den eingetragenen Kennzeichen und\/ oder Logos d\u00fcrfe der Heidelberger Restaurantbetreiber aber nicht nutzen, da diesbez\u00fcglich der Verwirkungsgrundsatz nicht eingreife. Rechtsfolge der Verwirkung im Marken- und Lauterkeitsrecht sei allein, dass ein Markeninhaber seine Rechte wegen bestimmter, bereits begangener oder noch andauernder Rechtsverletzungen nicht mehr durchsetzen k\u00f6nne. Bei wiederholten, gleichartigen Verletzungshandlungen lasse jede Verletzungshandlung einen neuen Unterlassungsanspruch entstehen. Auch l\u00e4ngere Unt\u00e4tigkeit des Markeninhabers k\u00f6nne insoweit kein berechtigtes Vertrauen darauf begr\u00fcnden, derartiges Verhalten werde weiterhin geduldet. Jedes Angebot und jeder Verkauf eines Merchandising-Artikels, jede neue Werbung und jeder neue Internetauftritt seien dabei f\u00fcr die Frage der Verwirkung gesondert zu betrachten.<\/p>\n<p><b>Conclusion<\/b><\/p>\n<p>Die positive Kenntnis kennzeichenverletzender Tatbest\u00e4nde kann nach einem gewissen Zeitablauf dazu f\u00fchren, dass die eigentlich bestehenden Markenrechte nicht mehr durchgesetzt werden k\u00f6nnen. Dies gilt es in solchen Situationen zu beachten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesgerichtshof hatte einen Rechtsstreit zwischen der international t\u00e4tigen Hard Rock-Gruppe und einem Restaurantbetreiber in Heidelberg zu entscheiden. 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